Mein Leben in Aspik

Hintergrund:

Wie sucht man sich einen guten Roman, den man dann auch tatsächlich lesen möchte? Man kann sich im Internet informieren, in der Bücherei stöbern oder sich im Fachhandel eine professionelle Meinung einholen. In meinem Fall ist es mit dem Lesen von Büchern schon Jahre her. Beziehungsweise bin ich der typische männliche Buchleser. Selten ein Buch von Innen gesehen, geschweige denn in der Hand gehalten. Jedoch habe ich vor kurzem die Liebe zur Sprache und Literatur in mir entdeckt und mich dazu entschieden mich damit genauer auseinander zu setzen.

Nach nicht einmal 10 Minuten in der Bibliothek habe ich dieses Buch in der Hand gehalten und mich dafür entschieden es zu lesen. Aber warum?

Vielleicht ist es nur ein Instinkt gewesen. Vielleicht aber auch, weil die Kritiken auf dem Buchrücken Wörter wie „unglaublich“, „irrwitzig“, „Koks“, „schwarzhumorig“ und „respektlos“ enthalten. Vielleicht aber auch, weil das Cover schlicht in Schwarz mit verbogenen Gabeln gestaltet ist. Oder weil der Titel einem zum Nachdenken bringt. ‚ Mein Leben in Aspik ‚, anders gesagt, ‚ Mein Leben in Gelee ‚, als würde man ein Leben führen, welches sich in dem tiefsten Abgrund ( Sumpf ) abspielt.

Inhalt:

Die Großmutter schmiedet Mordpläne und erzählt diese, verpackt als Gute-Nacht-Geschichte, ihrem Enkel. Als der Großvater Jahre später tatsächlich stirbt, erfährt der Enkel, dass der Verstorbene gar nicht sein leiblicher Opa war und dass sein Vater einst seine Mutter mit seiner Großmutter betrog und die Furcht dieser Liaison seine Halbschwester ist, mit der er eine Affäre beginnt, obwohl sie eine Liebschaft zu ihrem eigenen Vater pflegt, was den Enkel wiederum nicht davon abhält, seine Großmutter zu schwängern, die das Kind später als das Kind ihres neuen Liebhabers ausgibt. Alles bleibt in der Familie…

Fazit:

Hast du das Buch erst angefangen, kannst du es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es hat dich in deinen Bann gezogen, wie der Kokainrausch! Völlig absurd, hirnrissig und sonderbar. Doch trotzdem  auch total amüsant und unterhaltsam. Allerdings ist das Buch absolut nichts für Spießer! ‚Mein Leben in Aspik‘ von Steven Uhly ist zu 100 % lesenswert. Man durchquert in einem rasenden Tempo alle Zustände des menschlichen Seins. Den Anfang des Buch findet man noch besonders witzig und wenig angst erschreckend. Welche Frau träumt nicht davon ihren Mann umzubringen. Doch je tiefer man in den Bann gezogen wird, desto abstruser wird der Werdegang des Protagonisten. Solltest du keine Scheu vor den Themen, Homosexualität, Inzest, Prostitution und Psychologie haben, solltest du dir dieses Buch durchlesen. Am Ende wirst du dich kugelnd vor lachen auf dem Boden wiederfinden.

Werke von Steven Uhly:

  • Mein Leben in Aspik – Secession Verlag für Literatur, Zürich 2010
  • Adams Fuge – Secession Verlg für Literatur, Zürich 2011
  • Glückskind – Secession Verlag für Literatur, Zürich 2012
  • Königreich der Dämmerung – Secession Verlag für Literatur 2014
  • Marie – Secession Verlag für Literatur 2016

Kommentar:

Steven Uhly befasst sich in seiner Dissertation ( Doktorarbeit ) mit dem Thema Multipersonalität als Poetik ( Dichtkunst ). Dies spiegelt sich genau in seinem ersten Roman wieder und ich finde es sehr gut gelungen. Er weiß genau wovon er spricht und hat für das Buch ausreichende Recherchen betrieben und sie auf eine witzige und absurde Weise auf den Leser übertragen.

 

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