Rezension: June

51oATqP4cYL._SX313_BO1,204,203,200_Verlag: Insel
Autor: Miranda Beverly – Whittemore
Titel: June
Seiten: 556

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Inhalt:

Es ist der Sommer, der für die Kleinstadt St. Jude in Ohio immer unvergessen bleiben wird: Hollywood kommt in die Stadt. Es sind aufregende Tage: das geschäftige Werkeln der Filmarbeiter unter der heißen Sonne, die hinreißenden Kostüme der Schauspieler, die Chance auf eine Statistenrolle, die alle Stadtbewohner in Kribbeln versetzt. Nur June lässt der Rummel kalt; die junge Frau ist ganz und gar mit ihrer anstehenden Hochzeit beschäftigt. Bis sie Jack Montgomery, dem großen Filmstar, begegnet und er all ihre Pläne auf den Kopf stellt. Doch noch bevor ihre Liebe gelebt werden kann, erschüttert ein Mord die Kleinstadt. Es entspinnt sich eine alles bedrohende Intrige, und June muss sich entscheiden, was ihr wichtiger ist: ihre Gefühle für Jack oder ihre Loyalität.


Fazit:

Nicht alle Häuser träumten. Die meisten tun das nicht. Doch Two Oaks träumte. Es träumte wieder von den Mädchen – von dem Mädchen June, das schon eine junge Frau war, und von dem Mädchen Lindie, das wie ein Junge wirkte.

Durch die Wiederholung von dem Wort „träumen“ habe ich direkt von Beginn an in meinen persönlichen Traummodus geschaltet und konnte mich direkt in der Geschichte verlieren. Die Autorin erschafft ein tolles, malerisches Bild einer vergangenen Zeit mit dem Funkeln von Hollywood. Der Schreibstil ist sehr angenehm, sodass man sich problemlos durch die sehr langen Kapitel treiben lassen kann. Der Fabel der 50er wird passend von Miranda eingefangen.

Dabei wird die Geschichte auf zwei Ebenen erzählt. Einmal spielt sie in den 50er Jahren und erzählt die Geschichte von June und Jack und dann spielt sie auf der anderen Ebene in 2015 um Cassie, die Erbin von June. Mir persönlich hat dieser Wechsel zwischen den Ebenen nicht so gefallen, da man sich zuerst durch die langen Kapitel in der einen Ebene verloren hat und dann dort heraus gerissen wird. Ebenso wird für mich aus dem Klappentext nicht ersichtlich, dass es sich um verschiedene Perspektiven dreht, sodass man doch etwas irritiert wird.

Es gibt zwar eine gewisse Grundspannung in diesem Roman, jedoch lebt diese nicht von den Intrigen, Skandalen und überraschenden Erbschaften, sondern viel mehr von der Atmosphäre, die Hollywood mit sich bringt. So bekommt man einen guten Eindruck, wie Filme gemacht werden und wie viele Personen dafür tatsächlich notwendig sind. Ebenso lernt man June als Figur nur indirekt kennen, da die Geschichte um diese Person herum erzählt wird.

Man kann sich in der Geschichte June zwar sehr gut verlieren, aus dem persönlichen Alltag ausbrechen und nur so vor sich hin träumen, doch trotzdem wirken die 556 Seiten dann irgendwann etwas langatmig. Sicherlich hätte man die Geschichte noch etwas knapper schildern können. Dennoch ist diese Geschichte perfekt für eine kühle Sommernacht, da man auch von einer unbeschreiblichen Liebesgeschichte verzaubert wird.


Kommentar:

14218_beverly-whittemore_miranda.jpgMiranda Beverly-Whittemore, geboren 1976, verbrachte als Tochter eines Anthropologen einen Teil ihrer Kindheit in Senegal. Die Familie ließ sich in Vermont nieder, wo ihr Roman Bittersweet verortet ist. 2007 wurde sie mit dem Janet Heidinger Kafka Prize ausgezeichnet. Miranda Beverly-Whittemore lebt mit ihrer Familie in Brooklyn.

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