Rezension: Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar

51Zdyo2z1DL._SX314_BO1,204,203,200_Verlag: Kunstmann
Autor: Luise Welsh
Titel: Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar
Seiten: 271

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Inhalt:

Für Jane Logan ist Berlin ein Ort voller Versprechen. Sie ist schwanger und glücklich, endlich mit ihrer Freundin Petra zusammenzuziehen. Alles ist neu; die Sprache, die Straßen, die Leute. Sie versucht, während ihre Partnerin arbeitet, sich einzuleben, die Gegend zu erkunden, die Nachbarn kennenzulernen. Aber in diesem trüben Berliner Winter fühlt sie sich immer einsamer und eigenartig angezogen von dem verfallenen Hinterhaus, in dem nachts ein Licht flackert und manchmal ein Schatten über die Treppe huscht. Ist das Anna, die dreizehnjährige Tochter ihres Nachbarn? Der Verdacht, dass mit dem jungen Mädchen etwas nicht stimmt, lässt Jane nicht mehr los. Wieso takelt sie sich so auf? Woher kommen die blauen Flecken in ihrem Gesicht? Warum streitet sie so heftig mit ihrem Vater, dass man es gar nicht überhören kann? Für Jane gibt es nur eine Erklärung und eine Reaktion: Das Mädchen muss beschützt werden, vor allem vor ihrem Vater. So mischt sie sich ein, immer mehr, und völlig obsessiv, als sie erfährt, dass Annas Mutter unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Allein und verstört befürchtet Jane das Schlimmste, aber das Schlimmste kommt erst noch.


Fazit:

ES WAR EIN SONNTAG, der Jane an ihre Kindheit erinnerte, ein trüber Sonntag im November, an dem sich die Menschen in ihre Mäntel kuschelten und schneller gingen.

Der Schreibstil von Luise Welsh ist sehr atmosphärisch. So bunt und vielfältig Berlin auch sein mag, wirkt die Großstadt doch sehr beklemmend und düster. Und genau so schafft die Autorin eine Welt, die diese Seite von Berlin gut beschreibt. Geheimnisvoll und mysteriös wirken auch die unterschiedlichen Charaktere. Auch wenn sie zu Beginn alle freundlich und zuvorkommend wirken, verbergen sie alle ihre Geheimnisse.

Während Petra den ganzen Tag arbeitet, muss Jane zuhause bleiben und sich in einer neuen Stadt zurecht finden, sowie mit ihren Schwangerschaftsgefühlen leben. Nicht gerade eine einfache Aufgabe, aber Rauchen ist da auch nicht die richtige Lösung. Diese Seite an ihr hat mir so gar nicht gefallen. Schwangere sollten nicht rauchen! Doch trotzdem konnte ich mich gut in ihre Lage hineinversetzen und den Willen, den merkwürdigen Geräuschen auf den Grund zu gehen und ihren Beschützerinstinkt auszuleben, verstehen.

Dabei baut sich die Spannung langsam auf und steigert sich sehr subtil bis zum Ende hin. So ist es mir passiert, dass ich mit jeder gelesenen Seite das Buch immer weniger aus der Hand legen konnte. Auch wenn der drückende Schreibstil keine großen Emotionen zulassen, überzeugt das Buch mit seiner sehr filmerischen Art und Weise. So wird man selber auch zum Ermittler und sucht nach eigenen Lösung, die dann überraschend von Louise Welsh torpediert werden.

Leser, die sich gerade melancholisch oder nachdenklich fühlen, sollten „Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar“ unbedingt lesen, so können sie sich ihrer Gefühlswelt hingeben und sich von dieser Geschichte verzaubern lassen. Oder für Regentage ist dies auch ein sehr tolles Buch!


Kommentar:

46.jpgLouise Welsh, geb. 1965 in London, hat Geschichte studiert und acht Jahre in einem Antiquariat gearbeitet. Ihr erster Roman Dunkelkammer (Kunstmann 2004) wurde u.a. mit dem Crime Writers Association- und dem John Creasey Memorial Dagger-Award ausgezeichnet; in Deutschland erhielt er den CORINE-
Debüt-Preis 2004. Seitdem sind vier weitere Romane erschienen, u.a. Das Alphabet der Knochen (Kunstmann 2010) und Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar (Kunstmann 2014), alle von der Kritik hoch gelobt. Louise Welsh lebt in Glasgow.

 

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