Rezension: Lüge

519kvXaAm9L._SX328_BO1,204,203,200_Verlag: Heyne
Autor: Steffen Jacobsen
Titel: Lüge
Seiten: 480

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Inhalt:

Die dänische Gesellschaft Nobel Oil kennt keine Skrupel, sich die gigantischen Rohstoffvorkommen in der grönländischen Diskobucht zu sichern. Die Einwohner sind alarmiert, Umweltaktivisten agieren zunehmend rabiat. Als der Chef-Geologe des Bohrungsgeländes tot aufgefunden wird und ein USB-Stick mit brisanten Informationen verschwindet, werden Kommissarin Lene Jensen und Ermittler Michael Sander angeheuert, den Fall aufzuklären. Alle Spuren verweisen auf einen Täter aus der militanten Umweltaktivisten-Szene. Doch scheinen diese Hinweise fingiert zu sein, und Jensen und Sander beginnen, auf eigene Faust zu ermitteln. Bis sie erkennen, dass sie nur Bauernopfer sind in einem unerbittlichen Kampf um Geld, Prestige und Macht.


Fazit:

Der Hirsch sagte „Nun hat der Mensch alles, was er braucht. Er muss nicht länger betrübt sein.“ Aber die Eule antwortete „Nein. Ich habe ein bodenloses Loch im Menschen gesehen, wie ein Hunger, der nie gestillt werden kann. Darum ist der Mensch betrübt, darum wünscht er sich immer mehr. Sie nehmen und nehmen, bis die Welt eines Tages sagt „Ich bin nicht mehr, und ich habe dir nicht mehr zu geben.“ – Maya-Mythos

Passend zum Titel und Klappentext wird schon bevor die Geschichte beginnt, eine tolle Grundstimmung mit diesem Zitat erzeugt. Nach dem ich dann die ersten Seiten gelesen habe, wurde mir das Ausmaß der Tragödie klar. Umweltaktivisten machen Jagt auf Nobel Oil und deren Mitarbeiter und probieren das Unternehmen zu sabotieren. Allerdings ist der Beginn auch schon das Spannendste gewesen, da ab hier schon die Fronten zwischen Gut und Böse klar definiert sind.

Dem Thriller „Lüge“ gehen zwei Bücher mit den gleichen Ermittlern Lene und Michael vor ( „Trophäe“ und „Bestrafung„). Vielleicht liegt es auch daran, dass die beiden hier eher oberflächlich charakterisiert werden. Daher würde ich es empfehlen, vorher die anderen zwei Bücher zu lesen. Ebenso probiert Steffen Jacobsen die Spannung hauptsächlich durch überzogen dargestellte Szenen zu erzeugen. Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass er den Thriller strukturiert und überlegt konstruiert hat.

Doch trotzdem finde ich die Themen „Macht“, „Auftragsmord“ und „politische Verstrickungen“ gut umgesetzt. So wie der Ereignisse lebhaft und bildhaft dargestellt werden, kann ich mir sie auch in der Realität gut vorstellen. Das Ende von dem Thriller „Lüge“ ist dagegen eher schwach gewesen und als ich das Buch dann zur Seite gelegt habe, bin ich etwas zwiegespalten gewesen. Auf der einen Seite weist die Geschichte gute Ansätze und durchaus interessante Kapitel auf, aber auf der anderen Seite bekommt man hier auch viel Oberflächlichkeit und Klischees geboten. Ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht!


Kommentar:

20029_xl.jpgSteffen Jacobsen, 1956 geboren, ist Chirurg und Autor. Seine Bücher sind unter anderem in den USA, England und Italien erschienen. Er ist verheiratet, hat fünf Kinder und lebt in Kopenhagen. Nach »Trophäe«, »Bestrafung« und »Lüge« ist »Hybris« der vierte Roman um Kommissarin Lene Jensen und Ermittler Michael Sander.

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