Interviews: Buchautor Interview – Matthias Soeder

In diesem Monat durfte ich das Buch „Herzschlag der Gewalt“ von Matthias Soeder lesen. Dabei konnte mich sein Buch positiv überraschen! Um so mehr freue ich mich heute darüber, euch ein kleine Interview mit ihm zu präsentieren. Steht ein neues Buchprojekt an? Erfahrt es hier in diesem Interview und entdeckt Matthias Soeder. Viel Spaß!

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  1. Was hat dich motiviert ein Buch zu schreiben? Und warum hast du dich gleich an so schwierigen Themen probiert?

Vor guten fünf Jahren gab es bei mir eine durchgreifende Veränderung in meinem Privatleben. Diese Veränderung war die Initialzündung für den unwiderstehlichen Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich wollte das schreiben, was ich auch gerne lese: harte Thriller. Da erblüht meine Fantasie, da lebe ich in der Geschichte. Ich hatte schon immer eine rege Fantasie und schon als Kind versuchte ich mich im Schreiben. Damals gab es noch keine Computer und ich schrieb auf 17 Seiten meine Gedanken in einer so fürchterlichen Handschrift, dass ich es zum Teil selbst nicht lesen konnte. Entnervt gab ich auf. Erst viele Jahre später, eben vor fünf Jahren, erwachte der Wunsch zum Schreiben erneut. Diesmal allerdings mit einer Heftigkeit, die keinen Widerstand erlaubte. Es war eine späte Liebe, es ist inzwischen eine mächtige Liebe. Ohne diese Liebe möchte ich nicht mehr leben.

  1. Die Bewertungen zu deinem Buch „Herzschlag der Gewalt“ sind durchweg positiv – was glaubst du, woran das liegt? Hast du Tipps für werdende Autoren?

Ich bin sehr angenehm von den Bewertungen überrascht. Die Leser, die harte Thriller mögen, finden anscheinend großen Gefallen an meiner Fantasie, was mir sehr schmeichelt. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass die Liebhaber von sanften Liebesromanen mein Buch auf keinen Fall in die Hände nehmen sollten.
Woran es liegt, dass mein Buch so positiv bewertet wird, kann ich schwer beurteilen. Im Fernstudium habe ich gelernt wie ein Spannungsbogen erzeugt wird. Dialoge, Verzögerungen, anschauliche Beschreibungen, Show, Don’ Tell, starke Verben … all diese Dinge saugte ich in mich auf. Wenn ich schreibe, versetzte ich mich in die Charaktere. Ich verwandle mich, werde zum Bösewicht oder zum Helden. Meine Vorstellungskraft ist dann so stark ausgeprägt, dass ich zum Beispiel die juckende Narbe von Chibala, dem Antagonisten, auf meiner Wange spüre. Mit dieser Vorstellungskraft kann ich meine Charaktere anscheinend authentisch darstellen. Den Leser scheint es zu gefallen.
Einen Tipp für andere Autoren möchte ich nicht geben. Schließlich bin ich ein Newcomer, der gerade mal ein paar Bücher verkauft hat. Frage mich nochmal, wenn es einen Spiegel Bestseller von mir gibt.

  1. Die Begebenheiten in Afrika wirken auf mich ziemlich real geschildert, wie hast du für dein Buch recherchiert?

Mein Job als Frachtpilot bringt mich an die Orte des Geschehens.  Ich habe oft den Flug nach Nairobi angefordert und dort viele Eindrücke gesammelt. Einiges davon ist in meine Geschichte eingeflossen. Es sind die Gerüche, Geräusche, die Straßenszenen, die Menschen, die Futter für meine Fantasien sind. Ich sah eine Frau im Slum „Kibera“ sterben. Ich roch den Tod, ich sah unerträgliches Elend. Mit diesen Eindrücken ist es einfach, sich in diese Welt hineinzuversetzen.
Im Frühjahr 2014 besuchte ich das Somalierviertel Eastleigh in Nairobi. Es war zu der Zeit, als fast täglich Bombenanschläge Kenia und vor allem Nairobi erschütterten. Die militante Al-Shabaab Terroristen steckten dahinter. Die deutsche Botschaft hatte mich eindringlich davor gewarnt. Doch die Warnung erreichte mich zu spät und so kam es, dass ich von einer Horde Somalier gejagt wurde. Am gleichen Tag wurde ich in der Nähe des internationalen Flughafens verhaftet. Ein Soldat entsicherte sein Gewehr – es war die alte Bundeswehrwaffe G3 – und legte auf mich an. Wenn man solche Erlebnisse unbeschadet überlebt, bleiben tiefe Eindrücke haften. Somit fiel es mir leicht, mich in den Handlungsort „Nairobi“ zu versetzen. Bei den Szenen im Busch erinnerte mich an einige Safaris, die ich in den letzten Jahren erleben durfte. Wenn ich daran denke, rieche ich den herben Heuduft des Steppengrases und die Ausscheidungen der Tiere.
Um es in der modernen Computer-Sprache zu sagen: Mit copy-paste transferierte ich meine Erinnerungen in das Manuskript.

  1. Wie hast du dein Buchprojekt finanziert?

Ich verdiene zum Glück nicht allzu schlecht in meinem Job. Es ging also irgendwie.

  1. Was hält dein Umfeld von deinem Buch? Durften Freunde von dir das Buch probelesen?

Ich werde oft auf meinen Thriller angesprochen und erfahre großes Lob. Aber Freunde sind meist schlechte Kritiker. Ich bin ein großer Fan von offenen, kritischen Worten. Damit komme ich weiter. Ich analysiere die Kritik, überlege mir, ob was dran ist. Dann setze ich die Kritik um, oder auch nicht.
Eine Studienkollegin ist mir wegen ihrer offenen Kritik im Forum aufgefallen. Ich fragte sie, ob sie für mich Probelesen würde. Das hat sie getan und sie hat mir mein Skript zum Teil heftig verbal um die Ohren gehauen. Das sind die wertvollen Freunde. Ich selbst wäre übrigens ein schlechter Kritiker.

  1. Was ist das internationale Studienprojekt und was verfolgst du damit?

Die Studenten müssen sogenannte „Creditpoints“ sammeln. Ein Projekt gibt ihnen bis zu 5 Punkte. Meist werden Projekte aus der Wirtschaft herangenommen, in meinem Fall wurde der selfpublisher Matthias Soeder zum Projekt ernannt. Innerhalb der nächsten Tage müssen die vier Studenten entscheiden, ob sie die Marke „Matthias Soeder“ im deutschsprachigen Raum etablieren wollen, oder eine Verkaufsstrategie für den Thriller „Herzschlag der Gewalt“ entwickeln. Für diese Entscheidung wurde ihnen die Freiheit vom Lehrbeauftragten und von mir gegeben. Um das Projekt abzuschließen, haben sie bis Ende Juli Zeit.
Ich erwarte keine bahnbrechenden Ergebnisse aber ich bekomme andere – internationale – Eindrücke zum Thema. Als selfpublisher ist es wichtig für mich, Probleme auch aus anderen Augen zu sehen. Es geht mir darum, den Blickwinkel anderer Menschen zu erkennen und ich spürte schon bei unserem ersten Treffen das Potenzial für eine fruchtvolle Zusammenarbeit. Zudem macht die Arbeit mit den Studenten verdammt viel Spaß.

  1. In deinen Geschichten geht es viel um Reisen und Politik – wieso bewegen dich gerade diese Themen?

Als Pilot reise ich viel, kann also aus dem Nähkästchen plaudern. Ich zapfe meine Reise-Erinnerungen an, und schon fällt mir eine Geschichte ein. Somit erspare ich mir viel Recherchearbeit. Es geht also weniger darum, was mich bewegt, sondern darum, dass ich eine faule Socke bin und versuche, mir das Autorenleben so einfach wie möglich zu gestalten.
Bei der Politik sieht es anders aus. Aber um Politik geht es ja nicht allzu sehr in meinem Thriller. Da würde ich gerne mehr davon sehen. Politik bestimmt unser Leben. Sie begegnet uns auf Schritt und Tritt. Auf meinen Reisen sehe ich oft die katastrophalen Auswirkungen von schlechter Politik. Es sollte viel mehr darüber geschrieben werden, um Korruption und Verbrechen aufzudecken. Leider weiß ich zu wenig darüber. Intensive Recherche wäre nötig. Damit kommt die Socke wieder zum Zug.

  1. Kann man dich auch auf einer Lesung Live erleben?

Oh ja. Und die Lesungen kommen gut an beim Publikum. Ich lese allerdings kaum aus meinem Buch. Vielmehr erzähle ich davon, wie ich in Nairobi verhaftet wurde, von meinen Erlebnissen im Slum. Ich zeige Fotos und kurze Videosequenzen aus meinem Berufsleben. Da habe ich ja ne ganze Menge zu erzählen. Ich spreche über das Drogengeschäft von Südamerika. Davon, wie ich hautnah mit dem Drogenproblem zu tun hatte. Das gefällt den Menschen. Bei einer der letzten Lesungen hatte ich deutlich überzogen. Ich sagte, dass ich den Rest des Vortrages stark abkürze um schnell zum Ende zu kommen. Geschlossener Protest war die Antwort. Die Leute wollten das volle Programm bis zum Ende hören. Es war ein schmeichelnder Protest.

  1. Dein neues Projekt soll mehr in die Richtung eines Krimi-Action-Thriller gehen. Ebenso soll es mehr um Eitelkeiten, Rache, brutalem Mord und Psychopathen gehen. Wieso glaubst du, dass ein Familienunternehmen aus Italien, dass Marmor verkauft perfekt dafür geeignet ist? Verrätst du schon mehr über das Projekt, steht schon ein Datum zur Veröffentlichung fest?

Das italienische Familienunternehmen spielt nur am Rande eine Rolle und dient mehr zur Einführung. Der Unternehmenschef, Federico, ist allerdings deutlicher in dem Plot verwoben.
Es geht in der Geschichte um einen Mörder mit übersinnlichen Kräften. Er kann Gedanken anderer Menschen lesen, die Menschen sogar beeinflussen. Damit ist er unbesiegbar.  Es geht ein wenig in die Richtung der Werke von Stephen King. Und das Element „Krimi“ kommt viel stärker vor, als die faule Socke das ursprünglich wollte. Das hatte ich nicht so geplant, es hat sich so entwickelt und ich füge mich dem Wunsch meiner Geschichte. Nun muss ich in den sauren Apfel beißen und viel Zeit mit Recherche verbringen.

  1. Was sollte man unbedingt in seinem Leben getan haben?

Das ist eine sehr persönliche Sache und bei jedem Menschen gibt es dafür andere Ziele. Grundsätzlich sollte man versuchen, seine Träume zu verwirklichen. Risiko eingehen, mutig sein, für seine Ziele kämpfen, auch wenn es aussichtslos erscheint. Ich befinde mich grade mitten in so einem Kampf. Man wird Rückschläge erleiden, vielleicht sogar Demütigung,  Erniedrigung und fast immer finanzielle Verluste. Aber man wird auch vorwärts kommen und Erfolg haben. Dann wird man lebendig, man wird an den Problemen und Erfolgen wachsen. Plötzlich ist die Sinnhaftigkeit des Lebens viel stärker spürbar.

Und … man sollte natürlich den Thriller „Herzschlag der Gewalt“ von Matthias Soeder gelesen haben.

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