Interviews: Buchautor Interview – Bernd Roßbach

Im vergangenen Monat durfte ich das Buch von Bernd Roßbach „Das Jesus-Experiment“ lesen und nun konnte ich ihn auch für ein kleines Interview gewinnen. Ich habe Bernd 10 Fragen gestellt und seine Antworten sind wirklich toll. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen 🙂

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  • Wie bist du auf die Idee gekommen Bücher zu schreiben und wie hast du dein erstes Buch finanziert?

Erst spät, denn ich hatte vorher bereits Fachliteratur veröffentlicht. Vor zehn Jahren schrieb ich dann zum ersten Mal Belletristik, den Roman Schattenwelten nach einer Reise in den Ruwenzi. Ich bin Verlagsautor bei Action Verlag, Bookspot Verlag und Feuerwerke Verlag, sowie Autor der Hamburger Fern-Hochschule.

  • Eckst du oft mit deiner Literatur an, da du dich ja doch mit zum Teil unkonventionellen und politischen Themen beschäftigst?

Ja, das kommt schon vor. Die Dinge sind manchmal komplexer als man sie auf den ersten
Blick einschätzt. In Schattenwelten wurden beim Erscheinen 2009 von mir bereits die
Flüchtlingsströme aus Afrika zum Thema. Jetzt ein Szenario, was uns gerade einholt. Am Ende des Romans scheitern die Werkzeuge des Teufels und es wächst die Erkenntnis, diese Ströme nicht stoppen zu können, wenn wir nicht lernen, unseren Reichtum mit den Armen der Welt zu teilen. Es gab da schon Kommentare zum Buch aus der rechten Ecke. In „Leben und Sterben in Juárez“ schrieb ich über die Stadt Ciudad Juárez, ein fürchterlicher Moloch und die Welthauptstadt der Frauenmorde. Das die USA dieses Thema grade polemisiert, kommt nicht von ungefähr. Ich sehe in Juárez eine Zeitmaschine, die uns einen Einblick in die Städte gewährt, die in 20 -30 Jahren zu den Verlierern der Globalisierung zählen. Im Jesus Experiment passt sicherlich nicht jedem meine Einstellung zur Kirche und die Sezierung der Person Jesus im zweiten Teil des Buchs.

  • Wie überwindest du Schreibblockaden?

Manchmal habe ich das auch, ich schreibe dann gar nicht, da ich ja auch noch einen
Hauptberuf habe. Es hilft mir dann einige Arbeiten am Manuskript vorzunehmen, die nicht die Story weitertreiben. Stil, Dialoge, Erzählperspektive zu überprüfen…. Wenn ich merke, mir kommen wieder Ideen, dann geht’s weiter.

  • Welche Aufgabe macht dir als Autor besonders Spaß? Gibt es auch eine Aufgabe, die dir weniger liegt?

Sicher liebe ich es, wenn ich eine Idee habe, die mich im MS weiterbringt. Ein Twist
(Wendung), eine besondere Eigenschaft eines Protagonisten oder eine Idee zum Finale. Und da sind wir dann schon bei dem angekommen, was ich gar nicht mag. Meist habe ich mehrere Endungen zum Finale im Kopf, zwischen denen ich mich dann entscheiden muss. Manchmal gibt es auch Probleme mit dem Lektorat, die ich dann nicht so ohne weiteres lösen kann. Ich muss mich dann zurücknehmen, denn erzwingen kann man nichts.

  • Wie sieht dein typischer Alltag als Schriftsteller aus?

Nehmen wir da einen Samstag oder Sonntag. Tage an denen ich viel schreibe. Morgens um 7 wird aufgestanden, erst Kaffee dann Kakao gekocht und bis zum Mittag gehört der Tag dem Manuskript. Dann geht’s auf eine Runde Golf oder aufs Fahrrad, weil das Sitzen muss kompensiert werden.

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  • Hast du aus deinen verschiedenen Büchern einen Charakter, der dir bis heute noch in Erinnerung liegt – was macht ihn so besonders?

Ja habe ich. In Collapse, einem Physikthriller, geht es in einem Handlungsstrang um einen Forschungscollider. Sparks, ein junger Physiker und ein recht lockerer Vogel, reift an seiner übernommenen Verantwortung und muss dann später eine wirklich sehr schwere Entscheidung treffen. Dies plastisch auszubauen und seinem Handeln Authentizität zu geben, hat mich außerordentlich gefordert. Das meine ich nicht nur auf das fachliche Thema Kernphysik bezogen, da ich dafür Fachbücher von Lisa Randal über verborgene Universen lesen musste. Ich meine damit den Charakter von Sparks und die Begründung seines Handelns. Ich weiß bis heute nicht, ob der Charakter wirklich funktioniert.

  • Wie entsteht bei dir ein Buch?

Die Idee muss irgendwann da sein, sonst geht gar nichts. Ich schreibe dann alle Gedanken darum auf. Danach überlege ich mir ein Leitmotiv, den zentralen Handlungsstrang. Daraus entsteht langsam der Plot. Es kommen Charaktere hinzu, die ich handeln lasse. Daraus entstehen Nebenstränge. Irgendwann kommt mir die Idee zum Ende. Es war immer so, dass ich dies erst sehr spät wusste. Danach wird die Erzählperspektive überprüft, ein zentrales Element, ob Szenen funktionieren. Zum Schluß kontrolliere ich Satzstellung und die Daisys. Das sind überzählige Adjektive. Die sind wie Löwenzahn. Ein paar sind schön. Aber wenn Du nicht aufpasst…

  • Bist du mit der Resonanz zu deinem Buch „Das Jesus-Experiment“ zufrieden? Gab es vielleicht auch eine Meinung, die dir so gar nicht gepasst hat?

Also das Jesus Experiment schaffte es unter die Top 10 und in den Kategorien für 2 Wochen zum Bestseller Nr.1. Der Roman polarisiert sehr stark. Das liegt zum einen an dem technischen Thema, Gedanken zu bewegten Bildern zu formen, dem ich viel Raum gebe, bevor ich zum Leitmotiv Jesus- und der Auferstehung leite. Zum anderen aber auch an der Ankündigung: Für Fans von Dan Brown und Eschbach, Ken Follet, was natürlich
Begehrlichkeiten und Erwartungen generiert. Das dann der Leser in Tom Jennings nicht Tom Hanks wiederfindet, liegt auf der Hand. Jeder liest den Roman anders, und man kann nicht alle Leser mit seiner Story erreichen. Intelligente Leser wissen auch Einsternebewertungen einzuschätzen. Allen sage ich: Danke, dass sie den Roman gelesen haben. Ich hoffe, ihr habt dafür bezahlt! 😉

  • Kann man dich im Moment irgendwo auf einer Lesung erleben oder bist du auf der Leipziger Buchmesse?

Lesungen kündige ich immer an. Auf der Leipziger Buchmesse werde ich ganz bestimmt da sein. (Samstag) Ich bin in Facebook, tickert mich gern an.

  • Planst du bereits weitere Projekte?

Es gibt definitiv einen weiteren Roman mit Tom Jennings. Und es wird wieder ein rasant spannendes Mystery- Thema. Die Story habe ich in großen Teilen schon ausgearbeitet. Mehr darf ich natürlich nicht sagen…

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