Rezension: V5N6 – Tödliches Fieber

Hintergrund:

Dieses mal habe ich mich mit Absicht nach einem Thriller aus dem Kunstmannverlag umgeschaut. Bisher hatte ich hauptsächliche normale und nachdenkliche Romane, aber der Verlag hat noch so viel mehr zu bieten:

Jedes Jahr erscheinen etwa 45 Titel – Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Essays, ein thematisch weit gefächertes Sachbuchprogramm und Reportagen von deutschsprachigen und internationalen Autorinnen und Autoren.

Ich habe mich für „V5N6 – tödliches Fieber“ entschieden, weil ich den Titel absolut mysteriös fand und er mich durchaus neugierig gemacht hat. Dazu noch dieses unscheinbare Cover mit der Stadt in weiter Ferne und es war um mich geschehen. Es erinnert mich stark an dem Film mit Will Smith „I am Legend“!

Inhalt:

41yPwIkVHjL._SX317_BO1,204,203,200_Oberflächlich betrachtet hatten die drei Amokläufe in London in diesem heißen Sommer nichts mit den späteren Ereignissen zu tun, aber für Stevie Flint waren sie wie ein Menetekel für das, was noch kommen sollte.
Als ihr Freund sie versetzt und sie ihre Sachen aus seiner Wohnung holen will, findet sie ihn tot in seinem Bett. Kurz danach wird sie krank. Hohes Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost. Als sie nach Tagen wieder mühsam auf die Beine kommt, hört sie, dass sich in London ein tödliches Virus verbreitet: Am »Schwitzfieber« sterben die Leute in wenigen Tagen, die Krankenhäuser und Leichenhallen sind bereits überfüllt.
Stevie Flint kümmert das nicht, sie hat eine eigene Mission. Auch wenn es in einer Stadt voller Toter nicht nach einem Mord aussieht: Sie ist überzeugt, dass der Tod ihres Freundes Dr. Simon Sharkey weder auf das Virus noch auf Selbstmord zurückzuführen ist und macht sich auf die Suche nach seinem Mörder. Diese wird für sie zu einem Wettlauf gegen den Tod, der mitten ins Herz einer sterbenden Stadt führt.
Ein Thriller, der uns an die Zerbrechlichkeit unserer Zivilisation erinnert.

Fazit:

London wurde in diesem Sommer Zeuge dreier Amokläufe, die von Männern aus dem Establishment verübt wurden.

Lasst diesen Anfang der Geschichte einmal kurz auf euch wirken. Dieser Satz reicht bereits aus, um mich persönlich an das Buch zu binden. Er weißt bereits eine hohe Geschwindigkeit und eine gewisse Spannung auf, die sich in den nächsten Sätzen und Seiten immer weiter zuspitzt.

…Die ersten fünf erledigte er mit akkuraten Kopfschüssen..

Mir macht es Angst, wie nah diese Ereignisse doch an der Realität sind und es sogar wahrscheinlich sein könnte, dass sich auf unserer Welt eine Seuche ausbreitet. Eben dieser Realitätsbezug erhöht meine Lesefreude erneut.

Auch wenn die Abgründigkeit dieses Virus nicht bis zum bitteren Ende ausgekostet wird und sich das Buch mehr mit der Tätersuche beschäftigt, ist es für mich ein durchaus gelungener Thriller.

Das Buch ist zwar aus dem Englischen übersetzt, doch trotzdem kann man die Story sehr flüssig lesen. Auch die Kapitellänge gefällt mir sehr. Sie ist nicht zu lang und nicht zu kurz, sodass man das Buch auch ruhig mal zur Seite legen kann.

Aber leider gefällt mir das Ende des Buches nicht wirklich. Das Buch wirkt durch das sehr offen gehaltene Ende nicht richtig abgeschlossen.

Abschließend lässt sich sagen, dass man das Buch sehr gut zwischendurch lesen kann. Gerade für Vielleser könnte es interessant sein, da man sich gut in die Story hinein versetzen kann, es einem aber nicht zu sehr von anderen Dingen ablenkt.

Kommentar:

Louise Welsh, geb. 1965 in London, hat Geschichte studiert und acht Jahre in einem Antiquariat gearbeitet. Ihr erster Roman Dunkelkammer (Kunstmann 2004) wurde u.a. mit dem Crime Writers Association- und dem John Creasey Memorial Dagger-Award ausgezeichnet; in Deutschland erhielt er den CORINE-Debüt-Preis 2004. Seitdem sind vier weitere Romane erschienen, u.a. Das Alphabet der Knochen (Kunstmann 2010) und Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar (Kunstmann 2014), alle von der Kritik hoch gelobt. Louise Welsh lebt in Glasgow.

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