Rezension: Der Mann in der fünften Reihe

Hintergrund:

Auf der Suche nach einem tollen Roman mit einem außergewöhnlichen Titel, hat es mich  zum Antje Kunstmann Verlag verschlagen.

Das Credo des Verlags ist und soll bleiben: die Leselust und das Denken befördern, die Autoren und ihr Werk zu pflegen, dem „Publikumsgeschmack nicht nachzurennen, sondern ihn zu prägen“, wie der Verleger Kurt Wolff so schön gesagt hat.

Der Verlag hat wirklich ein sehr schönes Verlagsprogramm, sowie wie das Zitat es schon vermuten lässt. Nach einer kurzer Zeit bin ich dann auf das Buch „Der Mann in der fünften Reihe“ gestoßen. Ich habe mich dazu entschieden dieses Buch zu bestellen, weil es genau meinen Ansprüchen entspricht. Das Cover zeigt einen entzückten Frauennacken an dem die glänzenden schwarzen Haaren über die Schultern maßgeschneidert wurden. Es weckt in mir etwas nostalgisches und nachdenkliches über das normale Leben.

Inhalt:

9783956141676Mitten in der Nacht, auf einer Bank in der Gare de L’Est: Die Züge stehen still, und auch das Leben scheint zum Stillstand gekommen. Wer hier sitzt, ist gestrandet, aus der Welt gefallen. Was hat Nelly, die erfolgreiche Theaterschauspielerin, hier zu suchen?
Bis gestern war ihr Tageslauf, ihr ganzes Denken magnetisch auf die Rolle, auf das fremde Leben ausgerichtet, das sie abends auf der Bühne verkörpert. Bis gestern, als sie im Moment ihres Auftritts den Mann in der fünften Reihe sah, der als einziger nicht zu ihr hinblickte. Was will er von ihr, dieser Mann, von dem sie sich vor Monaten getrennt hat, den sie immer noch liebt, selbst wenn sie sich weigert, auch nur seinen Namen zu denken? Der Körper versagt der Schauspielerin den Dienst, denn diese Liebe war kein Spiel.

Fazit:

Käme ihr Mann oder Liebhaber zurück und sagte ihr, er leide noch immer – bist du sicher, sie würde nein sagen?

Schon der Anfang gefällt mir sehr. Ich habe genau das bekommen, was ich gesucht habe. Etwas zum Nachdenken, etwas zum Ablenken. Die Geschichte ist sehr einfühlsam geschrieben, sodass man sich sehr gut in das Buch hinein denken kann.

Auch wenn für viele die kurze und dünne Story vielleicht zu wenig ist, ist sie für mich perfekt. Es wird nicht groß um dem heißen Brei herum geredet, sondern immer direkt auf dem Punkt gekommen. Die Autorin legt insgesamt ihren Fokus auf das Innere der Protagonistin und nicht auf die Außenwelt.

Der Schreibstil von Olmi ist wirklich richtig passend. Er unterstützt und untermalt die traurige Geschichte und sorgt dafür, dass man mit Spannung durch die seelischen Abgründe einer verlorenen Liebe der Protagonistin reisen kann.

Für mich ein tolles Buch, um auf Reisen etwas abzuschalten!

Kommentar:

Véronique Olmi wurde 1962 in Nizza geboren und lebt in Paris. In Frankreich wurde sie, als eine der bekanntesten Dramatikerinnen des Landes, für ihre Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Theaterstücke wurden in viele Sprachen übersetzt und werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt. Ihre Romane stehen seit Jahren auf den Bestsellerlisten. In Deutschland erschien von ihr zuletzt „Nacht der Wahrheit“ (Kunstmann 2015)

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