Kreatives: Valtentinstag

Ein Tag wieder jeder andere, denkt sich Stefan. Er ist seit 4 Jahren Single und hat mittlerweile seine ganz eigene Routine an dem ach so tollen Valentinstag. 8 Uhr morgens aufstehen, anschließend duschen und anziehen, Müsli mit Mandelmilch zum Frühstück und 10 Minuten Facebook auf dem Klo. Während er so da sitzt und sich gelangweilt durch Facebook scrollt, sieht er schon jetzt all die glücklichen Paare sich auf Profilbildern abschlecken. Er muss fast kotzen, es kann aber auch durch den unwiderstehlichen, verführerischen Duft der Toilette geschadet sein. Um Punkt 10 Uhr verlässt er an jedem Valentinstag die Wohnung und geht zum Bäcker von neben an. Wie immer trinkt er bis 10 Uhr 30 dort seinen Kaffee und tindert sich durch die unterschiedlichsten Partnerbörsen, in der Hoffnung doch endlich die Eine zu finden.  Zu Blond, zu dick, zu blöd, bei der kann ich eh nicht landen. Es plagen ihn immer die selben Gedanken und er fragt sich seit 4 Jahren, ob Selbstmord nicht eine schöne alternative zum Leben sei. Zu 13 Uhr schlendert er in seine lieblings Pizzeria, in der er mittlerweile an Valentinstag aus Mitleid grundsätzlich eine Pizza umsonst bekommt. Während Stefan seinen Blick durch das vollgestopfte Restaurant der verliebten Paare schweifen lässt, stellt der Kellner seine obligatorische Frage “ Mensch Stefan, warum hast du als überqualifiziert Single oder eher gut aussehender Sportstudent an Valentinstag kein Date ?“ Doch Stefan braucht erst eine Weile bis er bemerkt, dass einer mit ihm spricht „Oh, hmm, naja, ich habe zuerst ein Date mit meiner Pizza und heute Abend treffe ich Steffi aus dem Fitnessstudio!“ Aber der Kellner erkennt mittlerweile seine Lüge. Um 15 Uhr betritt er pünktlich die Uni-Bibliothek. Selbst an einem Ort, der zum Lernen und Lesen gedacht ist, kann man keinen Halt vor der Liebe machen. Es scheint wohl der neuste Trend zu sein, in der Bibliothek zu vögeln. An jeder Ecke sieht man die knutschenden Verliebten. Er schnappt sich 3 bis 4 Bücher, steckt sich seine Kopfhörer in die Ohren, spielt das gleiche Hörspielbuch wie jedes Jahr ab und hofft, dass er völlig von seiner Umgebung abgeschirmt ist.  Um 21 Uhr verlässt er dann wieder seinen Platz. Draußen ist es schon dunkel und kalt, doch Stefan geht nicht nachhause. Er geht durch die Gegend, schaut immer wieder auf sein Smartphone. Keiner denkt an ihn, keiner schreibt ihm. Er weiß genau, dass um 21:42 Uhr der Schnellzug durch den Bahnhof fährt. Er weiß genau, dass es kein Problem ist sich vor diesem Zug zu schmeißen. Wozu leben, wenn dieser Planet von Verbrechern regiert wird. Diese Welt ist viel zu kaputt, um darin weiter zu leben. Es ist völlig sinnbefreit morgen wieder aufzustehen. Jeden Tag das Gleiche zutun. Immer weiter immer schneller, was soll das noch bringen ? 21:15 Uhr Stefan schaut wieder auf sein Handy. Noch nicht mal seine Eltern interessieren sich für ihn. Er nähert sich dem Bahnübergang. Es sind nur noch wenige Schritte bis zum Tod, dessen ist er sich zu 100 % sicher. 21:35 Uhr. Soll das Tatsächlich das Ende sein? Ja! Stefan stellt sich auf die Brücke. Den Zug hört man schon von weitem. Um 21:40 Uhr ertönt die Durchsage von dem nahe gelegenem Bahnsteig “ Bitte halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante!“ 21.41 Uhr. Stefan breitet seine Arme aus, streckt einen Fuß nach vorne in die Leere und verlagert sein Körpergewicht nach vorne. Der Zug kommt stetig näher bis…

…Kurz bevor Stefan komplett sein Gleichgewicht verliert und fällt, zieht er seinen Körper wieder zurück und steigt von der Brücke, der Zug fährt ohne Probleme durch den Bahnhof! Stefan flüstert leise in die Nacht „Nein, noch nicht in diesem Jahr, dafür geht es mir noch zu gut!“ Gegen 23 Uhr kommt er endlich wieder zuhause an und schmeißt sich direkt auf sein Sofa und schmeißt seine Glotze an. Er versinkt in sich und nimmt den Fernseher nur als Hintergrundgeräusch war. Ein letztes Mal schaut er auf sein Handy. 1 neue Nachricht. Skeptisch öffnet er sie und … dann versteht er die Welt nicht mehr.

„Hey Stefan, wie lange sind wir jetzt bester Freund und beste Freundin? Seit 8 Jahren? Ich kann es dir einfach nicht länger verheimlichen. Ich Liebe Dich<3!“

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